Künstler*innen
Das Werk mit dem Titel: Reflections On „Video Conference After The Art Declaration of „Press Conference After The Art Declaration“" ist eine Verschachtelung von Bildern. Entsprechend lange ist der Titel bereits. Und das bereits nach der dritten Version. Das eine Bild wird ins nächste inszeniert. Und es wird weiter gehen. Dieses ist also auch nur ein Zwischenstand vom nächsten und wir freuen uns, diese neue Bildpräsentation zu inszenieren. Die Teilnahme an dieser Ausstellung im öffentlichen Raum bietet uns eine besonders attraktive Szenerie. Das Thema des Bildes im Bilde wird seit Jahrhunderten in der Kunstgeschichte verhandelt und immer wieder neu entworfen und mit dieser Reihe möchten wir diese Tradition auf unsere Weise variieren.
Das Werk ist ein spielerischer Zugang zu unserer Überfrage: Was ist ein Bild und was kann ein Bild? Mit allen möglichen Techniken, Medien und Themen drehen wir uns immer wieder um diese Frage. Im Rahmen dieser Ausstellung können wir diese Frage ganz neu stellen. Ein Werk ausserhalb einer allgemein anerkannten Institution für die Präsentation von Kunst zu zeigen – plein air im öffentlichen Raum – anstelle von Werbung, regt uns besonders an. Es kann befreiend sein, das Werk nicht mehr als Kunst zu behaupten, sondern einfach als Bild, auf das wir Lust hatten, es zu zeigen. Dieses Setting öffnet den Raum für Betrachter:innen, Kunst als Teil ihres Alltages wahrzunehmen. So kann sich ein Werk nicht mehr auf dem stabilen Boden des White Cubes sicher sein, als Kunst gelesen zu werden. Nach unserem Empfinden macht es die Verhandlung des Werkes umso tiefer und mehrdimensionaler.
Das Werk passt in den öffentlichen Raum, weil es selbst mit einer Öffentlichkeit spielt. Es wird gemäss Titel zur Kunst deklariert im Rahmen einer Presse- oder Videokonferenz. Die Pressekonferenz ist ein Medium, das sich in ganz bestimmten Ritualen an die Öffentlichkeit wendet und meist dafür gebraucht wird, die Menge an Informationen möglichst dosieren und so die Reaktionen in der Presse und Allgemeinheit beherrschen zu können. Indem wir das Werk nun ganz ungeschützt auf einer eigentlich für Werbung genutzten Fläche präsentieren können, entstehen neue Bezüge zur Öffentlichkeit und wir verlieren Sicherheit über die Deutungshoheit. Das Werk wird viel mehr Betrachter:innen haben, als wenn es in einer Kunstausstellung hängen würde. Die ganze Ausstellung verhandelt umgekehrt Sinn, Zweck und Medium des Werbeplakates neu, indem es sich die Werbefläche zu Nutze macht und für künstlerische Zwecke bespielt. Diese Herangehensweise kommt uns und unserer Überfrage sehr gelegen.
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